Mit dem eigenen Auto durch Australien reisen

Jeep am StrandMit dem eigenen Auto durch Australien zu reisen ist für viele Work & Traveller der Innenbegriff von Freiheit und Unabhängigkeit. Sicher kann es zeitaufwendig und nervenaufreibend sein, einen passenden Wagen in Australien zu finden. Jedoch lohnt sich die Mühe in den meisten Fällen und nur die wenigsten Work & Traveller bereuen diesen Schritt. In der Regel kannst du das Fahrzeug problemlos weiterverkaufen, ohne dabei große Verluste zu machen. Für viele Backpacker ist es außerdem eine großartige Lektion in puncto Selbstständigkeit, die einen nachhaltig prägt. In diesem Beitrag erfährst du, welche Vor- und Nachteile das Reisen mit dem eigenen Wagen in Australien hat und wie du beim Tanken und Übernachten Geld sparst.

Warum du dir unbedingt ein eigenes Auto kaufen solltest

Viele Gründe sprechen für den Kauf eines eigenen Wagens in Australien, zum Beispiel:

  • Maximale Freiheit und Unabhängigkeit: Du hältst überall dort, wo du Lust hast und wo man schöne Fotos machen kann. Du kannst Umwege fahren, unterwegs die Richtung ändern und wenig besuchte Gegenden erkunden.
  • Das Land mit anderen Augen sehen: Du wählst die landschaftlich schönsten, statt der effizientesten Strecken. Du kannst direkt an der Küste neben dem Meer entlangfahren, Wälder passieren oder Wüsten durchqueren.
  • Flexibilität: Du bist nicht an feste Abfahrtszeiten oder Verfügbarkeit von Sitzplätzen gebunden, sodass keine sinnlosen Wartezeiten entstehen.
  • Günstiges Reisen: Vor allem wenn du zwei bis drei Mitfahrer mitnimmst, ist das eigene Auto mit Abstand das günstigste Transportmittel. Für die Ostküstentour bezahlt man mit drei Mitfahrern im Auto gerade mal etwa 60 bis 100 Euro pro Person für den Sprit (je nach aktuellem Benzinpreis). Mit dem Bus kostet die Strecke mindestens 300 Euro.
  • Neue Leute kennenlernen: Als Autobesitzer wirst du in Australien kaum Probleme haben, Mitfahrer zu finden. Mit denen teilst du nicht nur die Spritkosten, sondern im Idealfall auch einen unvergesslichen Road Trip. Bei so einem intensiven Reiseerlebnis entstehen meist die tiefsten und dauerhaftesten Freundschaften.
  • Mehr Unterkunftsmöglichkeiten: Mit dem eigenen Auto eröffnen sich dir viele neue Übernachtungsoptionen. Du kannst dir eine komplette Campingausrüstung zulegen und mitnehmen, was ohne eigenes Auto unmöglich ist. Dann kannst du die zahlreichen, gut ausgestatteten Campingplätze in Down Under ansteuern sowie ab und zu auch kostenlos im Auto übernachten oder in der Wildnis campen.

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Wann du es lieber lassen solltest

Auch wenn so vieles für ein eigenes Auto spricht, solltest du es unter bestimmten Umständen doch lieber bleiben lassen. Das sind einige Gründe, die gegen ein eigenes Auto in Australien sprechen:

  • Zeitaufwendig: Du musst viel Zeit und Aufwand in die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug investieren. Das solltest du auch, denn je vorsichtiger du schon beim Kauf bist, desto mehr Ärger kannst du dir im Nachhinein mit dem Wagen ersparen. Das Gleiche gilt auch für den Weiterverkauf am Ende deines Trips. Diesen solltest du ebenfalls nicht überstürzt abwickeln, wenn du einen guten Preis bekommen möchtest. Jeweils einen Monat für die Suche und den Verkauf am Ende solltest du einplanen.
  • Hohe Anschaffungskosten: Du steckst in der Regel eine ziemlich hohe Summe in den Kauf und hast keine Garantie, dass du am Ende auch einen passablen Betrag zurückbekommst.
  • Unkalkulierbares Risiko: Die meisten Autos, die sich Backpacker in Australien kaufen, sind nicht unbedingt die Jüngsten. Ob unterwegs etwas passiert oder nicht, ist ein kleines Glücksspiel und damit ein völlig unkalkulierbares Risiko. Unter bestimmten Umständen kann ein eigenes Auto in Australien deshalb richtig teuer werden. Du solltest vorab mit deinen Mitfahrern klären, wie ihr in einem solchen Fall die Kosten teilt.
  • Zusätzliche Kosten für Strafzettel: Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen sowie unerlaubtes Überholen, Parken oder Übernachten sind in Down Under sehr teuer. Auch hier können ggf. hohe Summen auf dich zukommen.
  • Verantwortung: Im eigenen Auto kannst du nicht einfach entspannt von A nach B reisen, dich im Sitz zurücklehnen und die vorbeiziehende Landschaft genießen. Du übernimmst Verantwortung für deine Mitfahrer und das Auto, was bei manchen Leuten zu Stress führt. Im Outback musst du besonders darauf achten, dass dir kein Riesenkänguru vors Auto hüpft und du solltest auch nicht übermüdet fahren.
  • Die wirklich unberührten Orte im Outback erreichst du nur mit einem Wagen mit Allradantrieb, was noch mal erheblich teurer in der Anschaffung ist. Fährst du mit einem gewöhnlichen Wagen durch diese Gebiete, läufst du Gefahr, stecken zu bleiben oder das Auto kaputtzufahren.

Tipps für Übernachtungen

Camping Ausrüstung im Auto

Camping Ausrüstung im Auto

Wenn du dir ein Auto in Australien kaufst, solltest du dir auch eine Campingausrüstung zulegen. Unser Tipp: Viele Backpacker verkaufen am Ende ihres Work & Travel-Aufenthalts das Auto gleich mit der gesamten Campingausrüstung. Es kann sich also lohnen, das Fahrzeug direkt von einem anderen Work & Traveller zu kaufen. Diese inserieren hauptsächlich an den schwarzen Brettern in den Hostels. Sonst kannst du auch auf Webseiten wie Gumtree oder dem australischen Craigslist nach einer Ausrüstung suchen oder dich in den Salvation Army Shops umschauen. Mit einer Campingausrüstung kannst du die zahlreichen Campingplätze in ganz Australien nutzen und beim Übernachten viel Geld sparen. Viele kostenlose und günstige Camping Spots findest du übrigens in der vielgepriesenen Camping-Bibel „Camps“. Sie listet in der aktuellen Ausgabe über 3.900 Spots in ganz Australien, darunter Rest Areas, Station Stays und Nationalparks. Kostspieligere Optionen werden nur aufgeführt, wenn sie besonders abgelegen liegen oder in irgendeiner Art besonders sind. Wenn du mit dem eigenen Auto unterwegs bist, wirst du natürlich auch hin und wieder dein Nachtlager vollkommen kostenlos in der freien Natur aufschlagen. An einigen Stellplätzen oder Rest Areas ist das auch vollkommen legal. Andernorts ist es dagegen strikt verboten, beispielsweise in manchen Nationalparks oder an öffentlichen Plätzen. Meist weisen Warnschilder auf das Verbot hin. Diese solltest du unbedingt beachten, da du sonst mit wirklich hohen Strafen rechnen musst. In den letzten Jahren gab es außerdem vor allem in kleinen Orten im Outback nächtliche Überfälle auf schlafende Backpacker in ihren Autos. Du solltest dich bei Einheimischen sowie anderen Work & Travellern über die Lage vor Ort informieren und im Zweifelsfall besser auf dem Campingplatz oder in einem Hostel übernachten.

Wie du beim Tanken sparst

Benzin ist in Australien glücklicherweise deutlich günstiger als bei uns. Aufgrund der gigantischen Distanzen in Down Under machen sich die Ausgaben für den Sprit aber trotzdem bemerkbar. Deshalb solltest du unbedingt ein paar Tricks anwenden, um die Benzinkosten spürbar zu senken. Die Benzinpreise unterscheiden sich in Down Under zum Teil sehr stark. Benzin ist in größeren Städten wesentlich günstiger als in kleinen Outback-Orten oder anderen einsamen Gegenden. Auch im Süden ist es in der Regel preiswerter als im Norden. Deshalb solltest du deinen Tank sowie den Ersatzkanister immer dort auffüllen, wo das Benzin vergleichsweise preiswert ist. Außerdem bekommst du bei den Supermarktriesen Coles und Woolworths häufig Rabatte von bis zu 4 Cent pro Liter Benzin. Also unbedingt die Quittungen aufheben und an den kooperierenden Tankstellen einlösen.

Fazit

Mit dem eigenen Auto zu reisen ist definitiv der beste Weg, Down Under zu erkunden. Du siehst sehr viel mehr vom Land, entdeckst weniger touristische Orte und kannst genau das machen, worauf du Lust hast. Kostenmäßig ist es ein Pokerspiel: Wenn du das Auto am Schluss zu einem guten Preis weiterverkaufst, unterwegs keine gravierenden Reparaturen anfallen und du immer ein bis zwei Mitfahrer an Bord hast, ist ein eigenes Auto das günstigste Transportmittel. Auch bei der Unterkunft kannst du mit einem eigenen Auto viel Geld sparen. Wenn allerdings größere Reparaturen anfallen, du Strafzettel bezahlen musst und am Schluss Probleme hast, den Wagen für einen passablen Preis zu verkaufen, kann das Ganze zu einer teuren Angelegenheit werden. Du solltest dir also vorab gut überlegen, ob ein Autokauf das Richtige für dich ist. Wenn du genug Geld gespart hast, Risiken gelassen siehst und Freiheit bei dir an erster Stelle steht, solltest du das Risiko sowie den Zeit- und Kostenaufwand auf dich nehmen.

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