Wwoofing in Australien Gegen Kost & Logis auf ökologisch nachhaltigen Farmen arbeiten

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Wwoofing auf einem Weingut in Western Australia

Interessierst du dich für das ländliche Leben jenseits austauschbarer Großstädte? Magst du naturverbundene Orte, weil du dort so richtig abschalten und runterkommen kannst? Findest du nachhaltige Landwirtschaft und alternative Selbstversorger-Strukturen spannend? Wenn du außerdem tief ins australische Alltagsleben eintauchen, unter waschechten Aussies leben und viel Englisch sprechen möchtest, dann ist Wwoofing in Australien wahrscheinlich perfekt für dich. Was das genau ist, wie du am Programm teilnehmen kannst und was dich in etwa erwartet, erfährst du in diesem Beitrag.

Was ist WWOOF?

Das etwas sperrige Kürzel steht für „World Wide Opportunities on Organic Farms“. Es ist aber mittlerweile schon regelrecht in den allgemeinen Sprachgebrauch der Backpacker übergegangen, sodass du auf die Frage „Warst du auch schon wwoofen?“ eine Antwort parat haben solltest. Wie der Name des beliebten Programms schon verrät, geht es hier vor allem um landwirtschaftliche Tätigkeiten. Hauptsächlich ökologisch nachhaltige Bio-Betriebe, Gärten, aber auch private Selbstversorger nehmen an dem Programm teil. Backpacker und andere Interessierte können als freiwillige Helfer auf den Höfen mitanpacken, das ländliche Australien kennenlernen und Erfahrungen in der Landwirtschaft sammeln. Das WWOOF-Netzwerk gibt es nicht nur in Australien, sondern in zahlreichen Ländern weltweit.

Wie funktioniert WWOOF?

Um am WWOOF-Programm teilzunehmen, musst du zunächst eine Mitgliedsgebühr für ein bestimmtes Land zahlen. Willst du also in Australien wwoofen, meldest du dich zunächst bei dem australischen WWOOF-Netzwerk an. Wenn du später noch mal in einem anderen Land wwoofen möchtest, musst du dich erneut anmelden. Der Mitgliedsbeitrag für Australien kostet derzeit ca. 70 AUD. Die Mitgliedschaft gilt für ein Jahr. Du kannst dich online anmelden oder auch an einer Verkaufsstelle von WWOOF, die es überall in Australien gibt. Wenn du dich angemeldet und die Gebühr bezahlt hast, erhältst du dein persönliches WWOOF-Buch mit über 2.600 Adressen und Kontaktinformationen von landwirtschaftlichen Betrieben in ganz Australien. Du kannst die Höfe ganz einfach kontaktieren und nachfragen, ob sie gerade Hilfe benötigen bzw. Platz für Wwoofer haben. Das WWOOF-Buch ist dein Nachweis für die Mitgliedschaft bei WWOOF. Dein Name, Beitrittsdatum und Unterschrift stehen hinten auf dem Buch. Als Mitglied erhältst du außerdem Zugang zu einem WWOOF-Forum sowie eine kleine Unfallversicherung für alle Aufenthalte auf registrierten WWOOF-Farmen.

Handelt es sich ausschließlich um Bio-Betriebe?

Obwohl der Name „World Wide Opportunities on Organic Farms“ darauf schließen lassen könnte, handelt es sich nicht ausschließlich um Bio-Höfe bzw. ökologisch-nachhaltig landwirtschaftende Betriebe. Von den über 2.600 teilnehmenden Höfen in Australien sind nur 270 zertifizierte Bio-Höfe. Knapp 2.000 sind traditionelle Betriebe, die nachhaltige Landwirtschaft betreiben, aber aus verschiedenen Gründen keine offizielle Zertifizierung haben. Beispielsweise kann die Zertifizierung für kleine Höfe oder Privatpersonen, die ihre Produkte nicht kommerziell vermarkten, zu teuer sein. Außerdem gibt es auch einige konventionelle Höfe, die keine ökologisch-nachhaltigen Praktiken anwenden und trotzdem bei WWOOF Australia gelistet sind. Wenn es dir also wichtig ist, auf einem Bio-Bauernhof zu landen, solltest du dir die Beschreibung genau durchlesen und im Zweifelsfall noch mal nachfragen.

Wie viel „arbeitet“ man als Wwoofer?

Als Wwoofer packst du für etwa vier bis fünf Stunden pro Tag auf dem Hof mit an. Ein bis zwei Tage pro Woche solltest du frei haben. Die genauen Arbeitszeiten unterscheiden sich von Hof zu Hof und du solltest das vorab genau mit deinem Betrieb absprechen. Für deine Mithilfe bekommst du keinen Lohn, dafür aber freie Kost und Logis. In der Regel gibt es auf einem WWOOF-Hof ganz unterschiedliche Aufgaben: Je nach Jahreszeit entweder Gemüse- und Obstanbau oder Ernte, Tierpflege, handwerkliche Tätigkeiten, ggf. auch Gästebetreuung, Bauarbeiten und vieles mehr. Deinen Fähigkeiten und deiner körperlichen Fitness entsprechend wirst du in einem bestimmten Bereich eingesetzt. Außerdem kannst du auf einem WWOOF-Hof natürlich auch immer bestimmte Interessen äußern und wirst dann auch dementsprechend eingesetzt. Beim WWOOF geht es immer auch darum, etwas über (Bio-)Landwirtschaft, das ländliche Leben und Selbstversorgung zu lernen. Es ist also mitunter auch Aufgabe des Hofes, entsprechendes Wissen an die freiwilligen Helfer zu vermitteln.

Arbeiten für lau – Warum sich das lohnt

Beim WWOOF geht es vor allem um ideelle Werte: Neben dem kulturellen Austausch treffen hier Menschen aufeinander, denen Naturverbundenheit und Nachhaltigkeit wichtig ist. Viele Hofbesitzer haben außerdem aus offensichtlichen Gründen nicht die Möglichkeit, um die Welt zu reisen. Dank WWOOF können diese Menschen trotzdem mit Leuten aus aller Welt in Kontakt treten und sich austauschen. Reisende profitieren hingegen von dem engen Kontakt mit den Einheimischen, wodurch sie das wahre Leben in ihrem Gastland erfahren und außerdem die Sprache aktiv anwenden. Oft entstehen viel tiefere Verbindungen und dauerhafte Freundschaften zwischen Gastgebern und Wwoofern, als dass zum Beispiel bei einem typischen Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis der Fall ist. Ein WWOOF-Aufenthalt ist nicht mit einem Arbeitsaufenthalt auf einer Farm vergleichbar – Die Atmosphäre ist entspannter, es gibt weder Druck noch Stress. Es geht vor allem darum, das ländliche Leben zu genießen und etwas dazuzulernen. Oft gibt es auch noch andere Wwoofer, die gleichzeitig mit dir auf der Farm leben und mit denen du eine gute Zeit haben kannst.

Brauche ich bestimmte Kenntnisse oder Erfahrungen?

Beim Wwoofen in den meisten Fällen keine Vorkenntnisse und Erfahrungen erforderlich. Natürlich kommt es immer auf die spezielle Situation des Hofes an, aber in der Regel werden Vorkenntnisse weder erfragt noch gefordert. Meist gibt es auf den Höfen eine Vielzahl unterschiedlicher Tätigkeiten, sodass du dich ganz deinen Fähigkeiten, Talenten und Wünschen entsprechend einbringen kannst. Du verausgabst dich gern körperlich? Dann gibt es sicherlich eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten. Aber auch Menschen, die körperlich nicht so hart arbeiten können, finden Beschäftigungen. Außerdem kannst du natürlich auch darum bitten, in dem Bereich beschäftigt zu werden, der dich wirklich interessiert: Zum Beispiel der Gemüseanbau, Kompost oder auch nachhaltige Konstruktion.

Ist WWOOF das richtige für mich?

Wie gesagt ist WWOOF einfach wie gemacht für alle, die sich für nachhaltige Landwirtschaft und Selbstversorgerstrukturen interessieren. Hier kannst du extrem viel lernen und dein Wissen gleich in der Praxis anwenden. WWOOF ist außerdem gut für alle, die die ausgetretenen Touristenpfade verlassen und das echte Leben in Australien kennenlernen wollen. Allerdings sollte dir das ländliche Leben wenigstens ein bisschen liegen, damit du nicht gleich am ersten Wochenende Bars, Clubs und Shoppingmöglichkeiten vermisst. Auch das frühe Aufstehen sollte dir nicht allzu viel ausmachen, da man auf Bauernhöfen und landwirtschaftlichen Betrieben meist früh mit der Arbeit beginnt, dafür aber auch früh fertig ist. Hier gibt es sicherlich Unterschiede bei den Höfen und du solltest dich rechtzeitig nach den genauen Arbeitszeiten erkunden. Außerdem ist es vorteilhaft, wenn du einigermaßen körperlich fit bist, da in landwirtschaftlichen Betrieben hauptsächlich körperliche Arbeiten anfallen.

Was es zu beachten gibt

Gerade in Australien liegen die Höfe teilweise sehr weit ab vom Schuss. Deshalb solltest du dir vorher sicher sein, dass der Betrieb auch wirklich das richtige ist und deinen Erwartungen entspricht. Am besten telefonierst du schon vorher mit dem Hof und fragst genau nach, welche Tätigkeiten es für Wwoofer gibt, wie die Arbeitszeiten aussehen sowie alles, was dir sonst noch wichtig ist. Wenn du einmal da bist, kommst du mitunter nicht so leicht wieder weg bzw. wäre es auch einfach ärgerlich, da die Anreise mitunter ziemlich lang ist. Bei dem ersten Kontakt mit dem Hof via E-Mail und Telefon merkst du auch gleich ein wenig, ob die Chemie stimmt. Natürlich gibt es auch immer wieder – wenn auch nur vereinzelt – Berichte über schwarze Schafe unter den WWOOF-Höfen. Da kann es nicht schaden, schon vorab so viel wie möglich in Erfahrung zu bringen und sich auf das Bauchgefühl zu verlassen. Eine Mindestaufenthaltsdauer gibt es beim Wwoofen nicht, allerdings solltest du schon mindestens eine Woche bleiben, damit auch beide Seiten etwas davon haben. Außerdem solltest du dem Hof vorab klar kommunizieren, wie lange du in etwa bleiben möchtest.

Fazit

Wwoofing in Australien ist eine besondere Erfahrung, bei der du ausgetretene Touri-Pfade verlässt und das echte Leben in Down Under kennenlernst. Es ist ein Erlebnis, das sich lohnt und dass du während deines Work & Travel-Abenteuers mindestens einmal ausprobieren solltest – selbstverständlich nur, wenn du Lust auf Landluft hast und dir auch mal die Hände schmutzig machen kannst. Besonders profitieren diejenigen, die sich für ökologische Landwirtschaft und Selbstversorgerstrukturen interessieren, denn sie können beim WWOOF in Australien sehr viel lernen. Um Enttäuschungen vorzubeugen, sollte man sich vorab möglichst genau über den Hof informieren und möglichst viele Informationen einholen.

>> Hier kommst du zur offiziellen Woofing-Australia Webseite

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