Backpacking in Australien: Alles zum Thema Transportmittel

zu den bekannten Punkten Australiens kommst du auf jeden Fall - egal ob mit dem Bus oder Auto

zu den bekannten Punkten Australiens kommst du auf jeden Fall – egal ob mit dem Bus oder Auto

Im eigenen Auto oder Campervan unterwegs sein, überall dort halten, wo man gerade Lust hat und ein grenzenloses Gefühl von Freiheit verspüren. Das ist der Traum vieler Backpacker. Allerdings ist es auch mit viel Aufwand und Investitionen für das Fahrzeug verbunden. Wer sich den ganzen Stress mit dem Autokauf sparen möchte, kann die unendlichen Weiten Australiens auch ganz bequem mit dem Bus oder dem Zug bereisen. Als Backpacker in Australien hast du viele Möglichkeiten und letztendlich ist es Geschmacksfrage, welches Transportmittel du wählst. In diesem Beitrag erfährst du, wie du am anderen Ende der Welt von A nach B kommst.

Reisen mit dem Bus

Eine der einfachsten und vielgenutzten Formen des Reisens in Australien sind Fernbusse. Hier triffst du garantiert andere Backpacker und bleibst immer flexibel. Zwar ist der Bus nicht immer günstiger als das Flugzeug, aber du siehst auf diese Weise auch etwas von der Landschaft und bekommst ein Gefühl für die unendliche Weite des fünften Kontinents. Trotzdem solltest du die Entfernungen in Australien nicht unterschätzen. Was auf der Karte gar nicht so weit weg aussieht, kann eine ganze Tagestour mit dem Bus entfernt sein.

Erkundige dich am besten im Voraus über die Fahrzeiten und plane ggf. Zwischenstopps auf der Strecke ein, damit du nicht zu lange am Stück im Bus sitzt. So siehst du außerdem noch mehr vom Land und hältst nicht nur an den typischen Touristendestinationen. Eine andere beliebte Methode, um die Busfahrten nicht zu lang werden zu lassen, sind Nachtfahrten. Das lohnt sich bei landschaftlich weniger reizvollen Strecken und wenn du gut im Bus schlafen kannst. So sparst du außerdem eine Übernachtung im Hostel.

Die größte Busgesellschaft in Australien ist Greyhound Australia. Die roten Busse steuern so ziemlich jedes Ziel in Australien an. Besonders praktisch für Backpacker sind die Kilometer- und Streckenpässe. Bei den Kilometerpässen kaufst du eine bestimmte Anzahl an Kilometern, die du dann in einem gewissen Zeitraum verfahren kannst. Richtungen sind vollkommen egal, du kannst jederzeit deine Route ändern. Bei den Streckenpässen kaufst du eine bestimmte Strecke, zum Beispiel die Ostküste von Sidney nach Cairns. Dann kannst du in einem vorgegebenen Zeitraum, zum Beispiel in 48 Tagen, die Strecke abfahren und unterwegs an so vielen Orten halten wie du möchtest. Hier gibt es noch mehr Informationen zum Busfahren.

Reisen mit dem Zug

Der Zug wird von Backpackern eher selten genutzt. Zum einen ist das Streckennetz nicht besonders gut ausgebaut und zum anderen ist der Zug oft teurer als der Bus oder das Flugzeug. Es gibt aber ein paar besondere Strecken, die sich trotzdem lohnen, da sie einmalige Einblicke in die Landschaft Australiens sowie ein außergewöhnliches Reiseerlebnis bieten.

Zum Beispiel kannst du mit dem legendären „The Ghan“ Zug Australien einmal von Nord nach Süd oder natürlich auch umgekehrt durchqueren. Dabei fährst du mitten durchs rote Zentrum Australiens und erlebst das Outback in seiner ganzen Ausdehnung. In Alice Springs kannst du einen Stopp einlegen und einen Abstecher zum Ayers Rock machen.

Auch von Ost nach West kann man das Land einmal mit dem Zug durchqueren. Mit dem „Indian Pacific“ fährst du in drei Tagen von Sidney am Pazifik nach Perth am Indischen Ozean oder auch umgekehrt von Perth nach Sidney. Auch wenn das Zugfahren in Australien sicherlich nicht das günstigste Transportmittel ist, ist es eine einmalige Erfahrung. Tipp: Mit einer Backpacker-Card oder einem Jugendherbergsausweis erhältst du Vergünstigungen beim Zugfahren. Auch wenn du die Tickets schon in Deutschland online kaufst, kannst du bis zu zehn Prozent sparen.

Reisen mit dem eigenen Auto oder Campervan

Wenn du maximale Freiheit und Flexibilität beim Reisen genießen möchtest, dann ist wahrscheinlich ein eigenes Fahrzeug genau das Richtige für dich. Kaum ein Land eignet sich besser für einen ausgedehnten Roadtrip als Australien. Um die unendlichen Weiten Australiens mit dem eigenen Fahrzeug zu entdecken, kannst du entweder eins kaufen oder es mieten.

Im eigenen Camper spart man sich nicht nur die Hostel-Kosten, man kann auch am Strand übernachten

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Beides hat Vor- und Nachteile. Während du bei einem Autokauf erstmal entschieden mehr Zeit und Geld in die Suche investieren musst, ist die Automiete in den meisten Fällen trotzdem die teurere Variante. Schließlich fällt bei der Automiete eine tägliche Gebühr für den Wagen an, die du nicht zurückbekommst. Diese Variante lohnt sich vor allem für kürzere Strecken, etwa wenn du die legendäre Great Ocean Road in einer Woche abfahren möchtest. Beachten solltest du auch, dass viele Autovermietungen in Australien keine Fahrzeuge an Personen unter 21 Jahren vermieten. Eine Ausnahme ist allerdings Wicked Campers. Ein Auto oder Campervan kannst du ab etwa 30 Euro pro Tag mieten. Allerdings ist der Preis stark saisonabhängig.

Wenn du größere Teile Australiens mit dem Auto oder Campervan bereisen möchtest, solltest du lieber über einen Autokauf nachdenken. Es ist auch noch mal ein ganz anderes Gefühl, wenn du mit einem Wagen reist, der wirklich dir gehört.

Da man meist nur ein paar Monate mit dem Wagen unterwegs ist und ihn dann weiterverkauft, machen viele Backpacker keinen großen Verlust beim Verkauf. Allerdings hängt das von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Saison sowie Angebot und Nachfrage an dem Ort, wo du den Wagen verkaufen möchtest. Hier kommt es ein bisschen auf dein „glückliches Händchen“ an und es ist schwer, vorab eine Prognose zu geben. Manche Backpacker verkaufen ihren Wagen sogar teurer, als sie ihn erworben haben. Andere machen ein paar hundert Dollar Verlust oder bekommen beim Verkauf den gleichen Betrag zurück. Allerdings musst du auch unterwegs mit Reparaturen am Wagen und unerwarteten Kosten rechnen.

Nicht vergessen: Wenn du in Australien ein Auto kaufen oder mieten möchtest, benötigst du in der Regel einen Internationalen Führerschein. Diesen erhältst du gegen eine Gebühr von derzeit 15 Euro (Stand Januar 2015) bei allen Bürgerämtern und Straßenverkehrsämtern.

Mitfahrgelegenheiten

Um mit dem Auto in Australien unterwegs zu sein, musst du nicht unbedingt selbst eins kaufen oder mieten. In Australien wirst du garantiert auch zahlreiche Möglichkeiten haben, einfach bei anderen mitzufahren. Viele Backpacker, die sich selbst ein Auto angeschafft haben, suchen im Anschluss ständig nach Mitfahrern. Erstens ist es ziemlich langweilig auf den endlos langen Strecken in Australien allein unterwegs zu sein und zweitens auch teuer. Zwar ist der Sprit in Australien günstiger als in Deutschland, trotzdem können die langen Strecken die Reisekasse schon ganz schön belasten. Deshalb nehmen auch Leute, die zu zweit mit dem Auto unterwegs sind, meist ein bis zwei zusätzliche Mitfahrer mit. Die beste Methode, um schnell eine Mitfahrgelegenheit zu finden, ist in Hostels rumzufragen oder ein Blick auf das Schwarze Brett zu werfen. Wenn man sich unterwegs gut versteht, tut man sich oft für eine lange Zeit zusammen. Wenn nicht, kann man jederzeit austeigen und mit dem Bus weiterfahren.

Außerdem kannst du auch Mitfahrgelegenheiten bei Australiern finden. Auch in Down Under gibt es Webseiten, die ganz ähnlich funktionieren wie die deutschen Pendants Mitfahrgelegenheit und Co. In Australien gibt es beispielsweise CoSeats und Share your Ride. Allerdings solltest du bedenken, dass es den meisten Leuten hier darum geht, möglichst schnell von A nach B zu kommen. Einen typischen Backpackertrip, wo man öfters anhält oder Umwege fährt, um landschaftlich besonders schöne Ecken zu sehen, darfst du nicht erwarten. Ausführliche Infos zu Mitfahrgelegenheiten.

Trampen

Trampen ist nicht nur ein kostenloses Fortbewegungsmittel, es ist auch eine wunderbare Gelegenheit, um Australier zu treffen und mehr über Land und Leute zu erfahren. Allerdings birgt das Trampen natürlich auch Risiken. In Australien ist das Reisen per Anhalter grundsätzlich nicht gefährlicher als in den meisten europäischen Ländern.

Allerdings solltest du bedenken, dass hier die Distanzen besonders groß sind und du evtl. durch besonders einsame Gegenden fährst. Als Vorsichtsmaßnahme solltest du daher immer zu zweit und auch nur am Tag trampen. Du kannst auch Leute direkt an Raststätten oder Tankstellen ansprechen und dir deine Fahrer so besser aussuchen. Das Nummernschild solltest du dir immer notieren und am besten per SMS an einen Freund oder deine Familie schicken.

Grundsätzlich ist Trampen vor allem etwas für abenteuerlustige Geister, die den Kontakt zu Einheimischen suchen. Wenn du dem gar nichts abgewinnen kannst, gibt es auch viele interessante Alternativen, um mit Einheimischen zu reisen. Zum Beispiel über die genannten Mitfahrer-Websites.

Inlandsflüge

Manchmal ist es in Australien einfach sinnvoller in den Flieger zu steigen, statt sich stundenlang im Bus zu quälen. Auf manchen Strecken ändert sich die Umgebung landschaftlich kaum und auch wenn du unter Zeitdruck stehst, lohnt es sich einfach, mehr Zeit an der jeweiligen Destination zu verbringen. Immer öfter sind Flüge sogar günstiger als der Bus oder der Zug.

In Australien gibt es zahlreiche Airlines, die Inlandsflüge anbieten. Der größte Player auf dem Markt ist die international bekannte Fluglinie Qantas, die auch rund um den Globus fliegt. In ihrem Heimatland Australien bedient sie das mit Abstand größte Streckennetz und fliegt auch in kleine, abgeschiedene Orte.

Neben der alteingesessenen Qantas gibt es auch noch Low-Cost-Airlines, die natürlich in den meisten Fällen die erste Anlaufstelle für Backpacker sind. Die bekanntesten sind Virgin Australia und Jetstar. Wie auch bei den europäischen Pendants wird hier vor allem am Service gespart. Um die Sicherheit brauchst du dir keine Sorgen machen. Jetstar ist zum Beispiel eine hundertprozentige Tochter der Qantas und du darfst hier die gleichen Sicherheitsstandards erwarten.

Um günstige Flüge zu ergattern, solltest du die Flugpreise vor der Buchung umfangreich vergleichen und außerdem flexibel beim Datum sein. Die Preise der Low-Cost-Linien können sich teilweise stark unterscheiden und manchmal sind sogar Qantas-Flüge günstiger als vergleichbare Angebote der Billigflieger. Auch innerhalb Australiens kannst du gängige Online-Flugvergleichsportale wie Skyscanner oder Opodo nutzen, noch mehr erfährst du zu Inlandsflügen hier.

Fazit

In Australien gibt es nicht das perfekte Transportmittel. Die Wahl eines geeigneten Fortbewegungsmittels hängt ganz von der Strecke sowie deinen Wünschen und Erwartungen ab. Am besten ist beim Backpacking in Down Under eigentlich immer ein Mix aus unterschiedlichen Fortbewegungsmethoden. Für landschaftlich besonders reizvolle Strecken wie beispielsweise die Great Ocean Road im Südosten lohnt es sich, ein Auto zu mieten oder als Mitfahrer bei anderen Backpackern mitzureisen. Andere Strecken kannst du ruhigen Gewissens fliegen, da sie einfach extrem lang und landschaftlich recht eintönig sind. Viele Backpacker schätzen die Freiheit, die ihnen ein eigenes Fahrzeug bietet. Allerdings ist auch das Durchqueren des Kontinents mit dem Zug eine einzigartige Erfahrung.

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